Landwirtschaftliche Produktion – Hülsenfrüchte – Sorten
Fisch – Palmöl – Weideland – Fleisch

SO VERRINGERT DIE LEBENSMITTELWAHL DIE BELASTUNG DER BIODIVERSITÄT.

Durch die Wahl von Produkten aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben und durch die Einschränkung unseres Fleischkonsums lassen sich die natürliche und die kultivierte biologische Vielfalt positiv beeinflussen.

Indem wir Erzeugnisse wählen, die aus inländischer Produktion (integrierte oder biologische Landwirtschaft) stammen, schützen wir die regionale Biodiversität. In der Schweiz gibt es keine konventionelle Landwirtschaft mehr, sondern nur noch integrierte oder biologische Produktion. 98 % der Landwirtschaftsflächen in der Schweiz nehmen an Agrarumweltprogrammen teil. Bei diesen Betrieben werden im Durchschnitt 12 % des Ackerlandes im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) als Biodiversitätsförderflächen (BFF) genutzt.

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Indem wir Schweizer Produkte kaufen, unterstützen wir eine Landwirtschaft mit steigender ökologischer Qualität. Ausserdem erwartet die Schweizer Bevölkerung von ihrer Landwirtschaft in erster Linie, dass möglichst naturnahe Lebensmittel produziert werden. Seit 1990 hat die schweizerische Landwirtschaft einen vorbildlichen ökologischen Wandel vollzogen und ihre Umweltbelastung verringert (–7 % Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft, –12 % Ammoniakemissionen, –20 % an stickstoffhaltigem Mineraldünger, –30 % an Pflanzenschutzmitteln, –30 % beim Energieverbrauch und –60 % an mineralischem Phosphatdünger). Heute fördert die Agrarpolitik auch die Qualität der BFF sowie ihre Anzahl. Zwar belastet die Landwirtschaft die Ökosysteme weiterhin, aber die Betriebe verbessern ihre Landwirtschaftspraktiken regelmässig, um ihren Fussabdruck zu verringern. Die schweizerische Landwirtschaft, in integrierter oder biologischer Produktion, ist punkto Umweltschutz äusserst anspruchsvoll. Und der Kauf von Schweizer Produkten gewährleistet eine echte Rückverfolgbarkeit.

Durch die Steuerung unseres Fleischkonsums und indem wir der gras- und weidelandbasierten Viehzucht und Milchproduktion mit lokalem Futterbau den Vorzug geben, lassen sich die Tierfutterimporte einschränken und eine adäquate Bodennutzung fördern. In der Schweiz besteht das Kulturland zu 70 % aus Weiden (in grösseren Höhenlagen) oder aus Wiesen. In Berggebieten sind Weiden häufig die einzige Möglichkeit, um zu verhindern, dass der Wald sich ausbreitet. Ausserdem entwickelt sich in zahlreichen Regionen der Welt, insbesondere in den Tropen, die Tierfutterproduktion (Sojakulturen) auf Kosten des Waldes und der für den lokalen Verbrauch bestimmten Lebensmittelproduktion.

Indem wir unseren Konsum von industriell hergestellten Lebensmitteln senken, braucht es weniger Kulturen für die Lebensmittelindustrie (Palmöl) und wir verringern so die Zerstörung des Waldes, die weltweit zu einem grossen Verlust der Artenvielfalt führt.

Wenn wir alte und vielfältige Sorten wählen (Früchte, Gemüse, Getreide) sowie verschiedene Tierrassen, schützen wir die genetische Vielfalt. Gegenwärtig beruhen 90 % der Ernährung der Menschheit auf lediglich 30 Pflanzensorten. Die Bedürfnisse von Verbrauchern und Verteilern sowie die landwirtschaftliche Selektion haben zu einem beträchtlichen Rückgang der genetischen Vielfalt der weltweit genutzten Arten geführt. Diversifizierte Agro-Ökosysteme sind unsere genetische Lebensversicherung, die beispielsweise eine Anpassung an den Klimawandel und an Schädlinge ermöglichen, und sie sind ein wesentlicher Teil unseres Kulturerbes.

Durch die Wahl von Erzeugnissen aus nachhaltiger Fischerei unterstützen wir eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen – Proteinquelle für die Menschheit. In den Meeren wird ein Drittel der Fischbestände übernutzt.

Ich bin mir der negativen und positiven Auswirkungen meiner Ernährung bewusst.

Ich wähle Schweizer Produkte aus biologischem oder integriertem Anbau.

Ich esse mehr Gemüse und proteinreiche Hülsenfrüchte.

Ich entdecke seltene, alte und resistente Getreidearten und -sorten wie Dinkel, Roggen, Hafer neu.

Ich kaufe Fisch aus nachhaltiger Zucht (ASC), aus nachhaltiger Fischerei (MSC) oder Bio.

Ich prüfe bei industriell hergestellten Nahrungsmitteln, ob allenfalls enthaltenes Palmöl ein Nachhaltigkeitslabel trägt

Ich kaufe ungenormtes Gemüse (gross, klein, unförmig).

Ich reduziere meinen Fleischkonsum (Menge und/oder Anzahl Mahlzeiten pro Woche).

Ich bevorzuge Fleisch und Milchprodukte von Tieren, die auf Grünland weiden oder lokal produziertes Futter fressen.

Ich entdecke weniger edle Fleischstücke neu und verwende für die Zubereitung traditionelle Rezepte.
Ich kaufe frische Produkte und verzichte auf tiefgekühlte oder tiefgefrorene Erzeugnisse.

Ich kaufe saisonale und lokale Produkte ein und verzichte auf Produkte, die auf dem Luftweg transportiert wurden.

Wenn ich Produkte aus dem Gewächshaus kaufe, bevorzuge ich solche, die aus mit erneuerbarer Energie beheizten Gewächshäusern stammen.
Ich mache meine Einkäufe in der Nähe, zu Fuss, per Fahrrad, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Mobility-Fahrzeug und möglichst nicht mit dem eigenen Auto.

Ich kaufe und koche die Mengen, die ich brauche.

Ich konsumiere meine Lebensmittel, bevor sie verderben.

Ich verlasse mich auf meine Sinne, denn gewisse Lebensmittel sind auch nach Ablauf des Verfalldatums noch geniessbar.
Ich bewahre meine Speisereste richtig auf und verwerte sie beim Kochen.
Ich kompostiere Rüstabfälle.
Ich schränke meinen Konsum von Convenience Food (Fertigmahlzeiten) ein.

Ich wähle Gaststätten, die Produkte mit geringer Umweltbelastung anbieten (verantwortungsvolle Landwirtschaft, saisonale und lokale Produkte).

Ich verlange im Restaurant einen «Doggy Bag», wenn Reste übrigbleiben.
Ich bevorzuge Produkte ohne Verpackungsmaterial.
Ich wähle rezyklierbare Verpackungen.
Ich trinke Hahnenwasser.

UND AUSSERDEM

+30%

mehr Pflanzen in einem IP-SUISSE-Betrieb im Vergleich zu einem Schweizer Standardbetrieb. (Wogelwarte)

75%

der Lebensmittel stammen heute von 12 Pflanzen- und 5 Tiersorten.

12

Massnahmen zugunsten der Biodiversität setzen Betriebe mit dem Bio-Suisse-Label «Knospehof» um, die über die Anforderungen (ökologischer Leistungsnachweis, ÖLN) der Schweizer Landwirtschaftspolitik hinausgehen. (FIBL)

100%

der Weichweizenarten, die in der Schweiz angebaut werden, stammen von ausgewählten Sorten. 1900 waren sämtliche Sorten von in der Schweiz angebautem Weichweizen lokalen Ursprungs.

20%

der terrestrischen Biomasse bestehen aus Zuchttieren.

10 bis 20

Jede Blumenwiese ermöglicht es, 10 bis 20 Arten von kleinen Tieren und Insekten in Blumen, Gräsern und Boden zu beherbergen.

21’593

Akzessionen (in der Nationalen Genbank der Schweiz eingelagerte Proben) werden hierzulande konserviert, darunter 555 Beeren, 234 Kartoffeln, 36 Gewürz- und Medizinalpflanzen, 161 Futterpflanzen, 428 Gemüse, 9371 Ackerpflanzen, 8363 Obstbäume, 1047 Rebsorten.

3/4

der Weltbevölkerung ernähren sich von 12 der 150 Pflanzenarten, welche die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln auf der Erde sicherstellen.

Die für die weltweite Ernährung wichtigsten angebauten Arten sind: Reis (26 % der Welternährung), Weizen (23 %), Zuckerrohr (9 %), Mais (7 %), Hirse (4 %), Soja (3 %), Süsskartoffeln (2 %), Kartoffeln (2 %), Sonstige (24 %).

30

von insgesamt 7000 Nutzpflanzen liefern 90 % des weltweiten Kalorienkonsums.

30’000

essbare Pflanzen auf der Erde, wovon nur 120 verbreitet angebaut werden und 9 Arten 75 % des Nahrungsbedarfs abdecken.

30%

der Viehrassen weltweit sind vom Aussterben bedroht; jeden Monat verschwinden 6 Rassen.

3/4

der landwirtschaftlichen Nutzpflanzensorten sind im 20. Jahrhundert weltweit unwiederbringlich verschwunden.

1/3

der Speisefischbestände werden übernutzt.

9x

mehr Begleitkräuter kommen beim biologischen im Vergleich zum konventionellen Anbau vor, d. h. es gibt mehr von Insekten bestäubte Pflanzen. (FIBL)

+20%

mehr Arten in einer Bioweide. (FIBL)

3x

mehr Samenmaterial im Boden 3 Jahre nach der Umstellung auf biologische Landwirtschaft. (FIBL)

6x

mehr Nistplätze und bis zu 8-mal mehr Feldvögel wie Feldlerche und Kiebitz auf Biobetrieben. (FIBL)

+60% bis 80%

mehr mikrobielle Biomasse im Boden von Biokulturen als im konventionellen Anbau ohne organischen Dünger

und 20 bis 40 % mehr als in der konventionellen Landwirtschaft mit organischem Dünger. (FIBL)

+30% bis 80%

mehr Regenwürmer in einem biologischen Boden als in einem konventionell bebauten.

Die Biomasse von Regenwürmern ist um 30 bis 40 % höher als bei konventionellen Verfahren und die Zahl der Individuen ist um 50 bis 80 % höher. (FIBL)

2x

mehr Laufkäfer und Kurzflügler in Bio- als in IP-Böden. Die meisten Laufkäfer sind Helfer, da sie sich als Räuber vorwiegend von Pflanzenschädlingen ernähren. (FIBL)

2x

mehr Gliedertiere in einem Bio- als in einem konventionellen Landwirtschaftsboden. (FIBL)

+30%

mehr Arten und 50 % mehr Individuen kommen auf einem Biobetrieb vor im Vergleich zu einem konventionellen Betrieb. (FIBL)

45%

Beitrag der Anbaugruppen zu den pflanzengenetischen Ressourcen für die Ernährung:
Getreide 45 %
Hülsenfrüchte 15 %
Futterpflanzen 9 %
Gemüse 7 %
Früchte 6 %
Wurzel- und Knollengemüse 3 %
Ölhaltige Früchte 3 %
Textilpflanzen 2 %
Zuckerpflanzen 1 %
Sonstige 8 %

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